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<title>Legato</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Legato</span></h1>
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<p>Die musikalische <a href="Vortragsanweisung" class="mw-redirect" title="Vortragsanweisung">Vortragsanweisung</a> <b>legato</b> (deutsch „gebunden“) gibt an, dass aufeinander folgende Töne einer <a href="Stimme_(Musik)" title="Stimme (Musik)">Stimme</a> ohne Unterbrechung erklingen sollen. Sie wird durch einen <a href="Bindebogen" title="Bindebogen">Bindebogen</a> über den Noten oder – bei längeren Passagen – durch die ausgeschriebene Anweisung <i>legato</i> verlangt.
</p>
<p>Eine ähnliche Funktion hat der <a href="Haltebogen" title="Haltebogen">Haltebogen</a> (auch: <i>Ligatur</i>). Er verbindet aufeinander folgende Noten <i>gleicher Tonhöhe</i> – z. B. über einen Taktstrich hinweg – zu einem einzigen Ton.
</p><p>Vom Legatospiel, bei dem weiterhin einzelne Töne erklingen, ist die <i>gleitende Tonhöhenveränderung</i> – das <a href="Glissando" title="Glissando">Glissando</a> – abzugrenzen.
</p><p>Das Gegenteil des Legatos ist das <a href="Staccato" title="Staccato">Staccato</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Spieltechnik">Spieltechnik</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Tasteninstrumente">Tasteninstrumente</h3></div>
<p>Das Legato wird auf Tasteninstrumenten realisiert, indem eine Taste erst dann losgelassen wird, wenn die nächste angeschlagen wird. Dazu sind teils auch die Spieltechniken des <i>Über-</i> und <i>Untersetzens</i> sowie der <i>stumme <a href="Fingersatz" title="Fingersatz">Fingerwechsel</a></i> nötig. Das Legato war im Barock und in der frühen Klassik nicht die <i>normale</i> Spielweise, sondern wurde nur für kurze Passagen verwendet<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und löste erst im frühen 19. Jahrhundert das <a href="Non_legato" title="Non legato">Non legato</a> als Grundanschlag ab.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Klavier">Klavier</h4></div>
<p>Beim <a href="Klavier" title="Klavier">Klavier</a> gibt es außerdem die so genannte <i>„Pedalbindung“</i>. Damit kann ein Legato auch dann erreicht werden, wenn die Hand die Position wechseln muss oder wegen zu großer Stimmenzahl eine <i>„Fingerbindung“</i> nicht mehr möglich ist. Bei der Pedalbindung wird das rechte <a href="Klavier#Pedale" title="Klavier">Pedal</a> zusammen mit dem Tastenanschlag oder unmittelbar danach getreten und bis zum nächsten Anschlag gehalten. Statt des rechten Pedals kann auch – falls vorhanden – das (mittlere) <i><a href="Tonhaltepedal" class="mw-redirect" title="Tonhaltepedal">Tonhaltepedal</a></i> getreten werden. Hierbei entsteht, anders als beim rechten Pedal, keine <a href="Resonanz_(Physik)" class="mw-redirect" title="Resonanz (Physik)">Resonanzanregung</a> anderer Saiten. Diese Technik empfiehlt sich daher, wenn ein besonders klarer, „trockener“ Klang erwünscht ist.
</p><p>Das Legato entwickelte sich (vor allem durch den Einfluss Beethovens) um 1800 zu einer gängigen Artikulationsart beim Klavierspiel.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading4"><h4 id="Orgel">Orgel</h4></div>
<p>Beim Orgelspiel mussten die beschriebenen Legato-Techniken besonders genau eingehalten werden, da der Ton nicht langsam verklingt und daher ein Absetzen zwischen zwei Tönen deutlicher zu hören ist als beispielsweise auf dem Klavier. Je nach Art der <a href="Traktur" title="Traktur">Spieltraktur</a> kann die zum Halten eines Tones nötige Fingerkraft bei der Orgel deutlich höher sein als bei anderen Tasteninstrumenten. Als besondere Regel trat schließlich die <i>note commune</i> („gemeinsame Note“) hinzu: Eine Note, die von einer Stimme in eine andere wechselt, wurde wie mit einem Haltebogen gebunden gespielt, um den Neuanschlag zu vermeiden.
</p><p>Beim <a href="Pedal_(Orgel)" title="Pedal (Orgel)">Pedalspiel</a> sind verstärkt der Absatz des Fußes, stumme Fußwechsel sowie das Gleiten des Fußes von einer Taste zur nächsten einzusetzen.
</p><p>Die hier beschriebene Spieltechnik ist heute nicht mehr allgemein verbreitet, auch wenn sie vereinzelt noch so gelehrt wird. Insbesondere für die Orgelmusik der Romantik wird die Kenntnis dieser Spieltechnik vorausgesetzt.
</p><p>Da einige Töne erst nach einem längeren <a href="Einschwingvorgang" title="Einschwingvorgang">Einschwingvorgang</a> stabil erklingen, muss beim Legato-Orgelspiel der Folgeton manchmal schon angeschlagen werden, bevor die vorherige Taste losgelassen wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Streichinstrumente">Streichinstrumente</h3></div>
<p>Auf <a href="Streichinstrument" title="Streichinstrument">Streichinstrumenten</a> wird das Legato dadurch realisiert, dass die betreffenden Noten ohne Anhalten, Absetzen oder Richtungswechsel des Bogens, also „auf einen Strich“ gespielt werden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Blasinstrumente">Blasinstrumente</h3></div>
<p>Das Legato auf <a href="Blasinstrument" title="Blasinstrument">Blasinstrumenten</a> erreicht man, indem zwischen den zu bindenden Tönen kein <a href="Zungensto%C3%9F" title="Zungenstoß">Zungenstoß</a> erfolgt, der Luftstrom also nicht unterbrochen wird.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zupfinstrumente">Zupfinstrumente</h3></div>
<p>Bei <a href="Zupfinstrument" title="Zupfinstrument">Zupfinstrumenten</a> kann mit Hilfe der Legatotechnik (bei <a href="Gaspar_Sanz" title="Gaspar Sanz">Gaspar Sanz</a> <i>extrasino</i> genannt<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>) eine Tonfolge flüssig gespielt werden, ohne jeden Ton anzuschlagen. Bei der Gitarre unterscheidet man drei Legato- bzw. Bindungstechniken:
</p>
<ul><li><b>Aufschlagsbindung</b> oder <b><a href="Hammer-on" title="Hammer-on">Hammer-on</a></b>: Hierbei wird ein höherer Ton als der gerade schon klingende durch ein starkes, schnelles Aufsetzen („Hämmern“) eines Fingers der Greifhand erzeugt.</li>
<li><b>Abzugsbindung</b> oder <b>Pull-off</b>: Der neue Ton wird durch das schnelle seitliche <i>Wegziehen</i> eines Greiffingers von der Saite erzeugt. Es wird also quasi mit der Greifhand die Saite gezupft. (Beim <a href="Tapping" title="Tapping">Tapping</a> gibt es auch ein „Right Finger Pull-off“<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>).<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<p>Diese beiden Techniken funktionieren am einfachsten, wenn nur eine einzige Note an die vorhergehende zu binden ist. Es ist auch möglich, Hammer-on und Pull-off in längeren Tonfolgen zu kombinieren, bei denen nur wenige oder gar keine Töne angeschlagen werden. Voraussetzung für diese Legato-Spielweise ist eine möglichst niedrige Saitenlage.
</p><p>Werden zwei Töne gleichzeitig gebunden, spricht man von <i>Doppelaufschlag</i> bzw. <i>Doppelabzug</i>.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li><b>Slide</b>, als klingender Lagenwechsel eine weitere Bindungstechnik:<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> siehe <a href="Glissando" title="Glissando">Glissando</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Portamento" title="Portamento">Portamento</a></li>
<li><a href="Bending" title="Bending">Bending</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/legato" class="extiw external" title="wikt:legato">Wiktionary: legato</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div><p><a rel="nofollow" class="external text" href="http://fredericbernardmusic.com/wp-content/uploads/2016/12/Frederic-Bernard-Composition-Lesson-I-How-To-Legato-v7-1.pdf">Frederic Bernard - Composition Lesson I: “How To Legato?” (kostenloses PDF-Tutorial auf Englisch)</a>
</p><div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
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</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20170713112059/http://www.bellowspirit.com/resources/WorkshopBarock.pdf">Archivierte Kopie</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> des <style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r250917974">
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</style><span class="dewiki-iconexternal"><a class="external text" href="https://redirecter.toolforge.org/?url=http%3A%2F%2Fwww.bellowspirit.com%2Fresources%2FWorkshopBarock.pdf">Originals</a></span> vom 13. Juli 2017 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>) <small class="archiv-bot"><span class="wp_boppel noviewer" aria-hidden="true" role="presentation"><span typeof="mw:File"><span title="i"></span></span></span> <b>Info:</b> Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</small><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://IABotmemento.invalid/http://www.bellowspirit.com/resources/WorkshopBarock.pdf">@1</a></span><span style="display:none"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bellowspirit.com/resources/WorkshopBarock.pdf">@2</a></span><span style="display:none">Vorlage:Webachiv/IABot/www.bellowspirit.com</span></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Unter anderen nennen <a href="Friedrich_Wilhelm_Marpurg" title="Friedrich Wilhelm Marpurg">Friedrich Wilhelm Marpurg</a> in seiner <i>Anleitung zum Clavierspielen</i> von 1765 und <a href="Daniel_Gottlob_T%C3%BCrk" title="Daniel Gottlob Türk">Daniel Gottlob Türk</a> in seiner <i>Klavierschule</i> von 1789 das Non Legato die <i>gewöhnliche Art</i>, wobei beide unter Clavier bzw. Klavier alle möglichen Tasteninstrumente einbegriffen sehen. In <a href="Carl_Czerny" title="Carl Czerny">Carl Czernys</a> <i>Die Schule des Legato und Staccato</i> von 1834 ist dieses jedoch bereits vom Legato als Grundanschlag abgelöst.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Ewald Kooiman: Die Spielweise. In: Ewald Kooiman, Gerhard Weinberger und Hermann J. Busch: Zur Interpretation der Orgelmusik Joh. Seb. Bachs. Kassel, 1995. S. 9ff.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external free" href="http://www.pian-o-forte.de/htm/interessantes_beethoven.htm">http://www.pian-o-forte.de/htm/interessantes_beethoven.htm</a>, abgerufen am 7. September 2020.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Jerry Willard (Hrsg.): <i>The complete works of Gaspar Sanz.</i> 2 Bände. Band 1: <i>The complete musical contents of Gaspar Sanz’s masterwork, Instrucción de Música sobre la Guitarra Española. […].</i> Amsco Publications, New York 2006 (Übersetzung des Originaltextes ins Englische durch Marko Miletich), ISBN 978-0-8256-1695-2, S. 22 (<i>Seventh Rule. Extrasino</i> „The extrasino is done by playing first with the right hand the number that is inside this: 310 […]“).</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Wieland Harms: <i>The Unplugged Guitar Book. 20 der schönsten Songs für Akustikgitarre.</i> Gerig Music, ISBN 3-87252-249-3, S. 112 (<i>Notations-Symbole</i>).</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Peter_Autschbach" title="Peter Autschbach">Peter Autschbach</a>: <i>Let’s Rock. E-Gitarrenschule für Ein- und Umsteiger.</i> Lehrbuch mit CD, Acoustic Music Books, Wilhelmshaven 2008, ISBN 978-3-86947-090-0, S. 58.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Konrad_Ragossnig" title="Konrad Ragossnig">Konrad Ragossnig</a>: <i>Handbuch der Gitarre und Laute.</i> Schott, Mainz 1978, ISBN 3-7957-2329-9, S. 26 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Peter_Autschbach" title="Peter Autschbach">Peter Autschbach</a>: <i>Let’s Rock. E-Gitarrenschule für Ein- und Umsteiger.</i> Lehrbuch mit CD, Acoustic Music Books, Wilhelmshaven 2008, ISBN 978-3-86947-090-0, S. 58–65.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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